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Wie helfe ich einem verletzen Vogel?

Im Frühjahr 2020 gab es ein überregionales Blaumeisensterben, ausgelöst durch ein Bakterium. Bis Ende 2020 wurden dem Nabu über 24.000 Verdachtsfälle gemeldet. Die Population der Hausspatzen hat sich in den letzten 40 Jahren halbiert! Erschreckend oder?

Sicherlich hast auch du in den vergangenen Jahren gehört, dass es unseren Wildvögeln immer schlechter geht.

Jedes Vogelleben ist wertvoll und Du kannst ihnen helfen.

Und deshalb möchte ich Dir die Geschichte von zwei Vögeln erzählen, die mir letztes Jahr begegnet sind:

Im Februar 2021 …

Ich atme die milde Waldluft ein und erwarte schon sehnsüchtig meinen „Belohnungskakao“, den ich mir immer nach meiner täglichen Wanderrunde mit meiner Tochter gönne. Sie liegt in der Babytrage, hat die Augen fest geschlossen und scheint weit weg  – in ihrem Traumland – zu sein.

Ein Geräusch reißt mich aus meiner stillen Bewunderung. Es raschelt. Ein kleiner Vogel hüpft im Laub umher und scheint nicht mehr fliegen zu können. Was soll ich tun? Der ärmste nimmt mich wahr und macht einen hüpfenden Fluchtversuch.

Ich kann ihn nicht einfangen und versuche es auch gar nicht.

 „Naja so ist die Natur, da wird sich wohl später eine Katze über ihn her machen.“, denk ich mir.

Zu Hause angekommen schmeckt mein Kakao nicht so gut wie sonst. Ich hätte gerne mehr getan.

Im Mai 2021 …

spaziere ich mit meiner Tochter um‘s Haus und sie will sich die Regenrinne vor unserer Garage ansehen. Was man halt so macht mit 11 Monaten.

Da entdecke ich etwas … aufgebauschtes? Kurz sieht es für mich so, aus wie ein Kaminbesen vom Schornsteinfeger in Miniversion, bis ich feststelle, dass es atmet.

Ich habe keine Fotos vom Vogel gemacht, da ich mit der Rettung zu beschäftigt war und es sich auch irgendwie nicht richtig angefühlt hätte.

Ein kleiner Vogel liegt unter dem Gitter und scheint sehr schwach zu sein. Ich hebe das Gitter an, doch der Vogel rührt sich nicht. Er muss wohl durch die ganze Regenrinne nach unten gerutscht sein. Keine Ahnung, wie lange er da schon liegt.

Ich laufe auf und ab, mit meiner Tochter auf dem Arm und weiß nicht, was ich tun soll. Also klingele bei einer Nachbarin, die im Naturschutz aktiv ist – in der Hoffnung, dass sie sich um ihn kümmert.

Sie winkt ab und sagt mir, dass wir eine Wildvogelstation in der Nähe haben.

Eine Wildvogelstation – das hört sich ja richtig exotisch an – wie in einer Doku. Ich fühle mich schon fast wie bei Terra X – Mission Vogelrettung.

Dort rufe ich an und sie haben sich bereit erklärt den Vogel aufzunehmen.

Nach einigem Hin und Her schaffe ich es, den Vogel in einen Schuhkarton packen. Du kannst es dir so vorstellen: mit Baby auf dem Arm, einhändig hinter dem Vogel her, der kurz bevor ich ihn habe, immer wieder weghüpft. Comedyverdächtig.

Mit meiner Tochter in der Trage mache ich mich auf den Weg (nur zwei mal verlaufen 🙈) und gebe ihn dort ab. Doch mir wird gesagt, dass er echt krank aussieht.

Für Rückfragen hinterlasse ich meine Adresse und Handynummer.

Wie ging es weiter?

Ich habe danach öfter versucht, mich nach dem Vogel zu erkundigen, doch nie jemanden zu sprechen bekommen. Zurückgerufen hat auch niemand. Ich bin darüber nicht böse, ich denke die fleißigen Helfer haben genug zu tun. Doch es gibt mir ein gutes Gefühl, diesem Vogel geholfen zu haben.

Warum ich dir diese Geschichte erzähle? Ich hatte zuvor keine Ahnung, dass es Auffangstationen für Vögel gibt oder zumindest nicht, dass ich mich da einfach so melden kann. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich der erste Vogel in meiner Geschichte auch noch eine Chance bekommen.

Und deshalb hier Tipps was du machen kannst, wenn du einen verletzten Vogel findest:

  • gib ihm nicht einfach Futter! Das meiste was wir in der Küche haben, ist nicht geeignet für Vögel.

  • nicht in die Luft werfen! Es ist wohl immer noch der Gedanke verbreitet, dass der Vogel so wieder „Schwung“(?) kriegt und weiterfliegen kann.

  • beobachten – wie verhält sich der Vogel denn wirklich?

  • professionelle Hilfe holen (wenn du unsicher bist erstmal bei einer Wildvogelstation anrufen)

  • nur mit Decke oder Tuch aufheben (Krankheiten und Verletzungsrisiko!)

Der Frühling naht und da kommt es öfter zu Jungvögeln, die aus dem Nest gefallen sind und „verwaist“ scheinen, die soll man aber an Ort und Stelle lassen.

Wenn du dir nicht sicher bist, ob der Vogel wirklich deine Hilfe braucht:

Hier ist ein Artikel für die erste Hilfe an Vögeln.

http://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/artenschutz/01946.html

Und hier kannst du die Vögel zuordnen und erhältst Informationen zur richtigen Fütterung.

Hast du auch schon eimal einen verletzen Vogel gefunden? Wie hast du reagiert? Oder sogar andere Tiere? Wusstest Du was zu tun ist? Ich bin neugierig – erzähl doch mal! 😊

Sarah

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Über mich

Hi!

Ich heiße Sarah – wer hätte das gedacht?! 😄 – und seit der Geburt meiner Tochter habe ich das intensive Bedürfnis verspürt, die Natur zu entdecken, naturnah zu leben und dadurch eine neue  Freiheit zu spüren.

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