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Familien Road Trip – Station 2 – Binau am Neckar

Nachdem wir uns mehrfach verfahren haben und die Anreise (auch wegen einer ausgiebigen Pause) sich so um mehr als eine Stunde verzögert hat, sind wir ganz schön fertig. Schnell noch das Zelt aufbauen, bevor es anfängt zu regnen. Und da stehen wir auch schon vor einem Problem, dass uns später noch öfter begegnen wird:

„Nein, in die andere Richtung!“ Unser Zelt ist groß – richtig groß! An sich ist das super, aber die Fläche auf der wir es aufstellen dürfen, ist es nicht. Wir müssen es immer wieder drehen, nachspannen und überlegen, damit wir nicht zu viel Platz einnehmen. Die Nerven liegen blank! Aber wenigstens haben wir einen richtig schönen Spielplatz für unsere Maus entdeckt.

Erstmal Pause!

Die ersten Tage unseres Road Trips waren so anstrengend, dass wir uns erstmal vornehmen eine Pause einzulegen. Wäsche waschen, ausruhen: „Wunden lecken“.

Auf dem Campingplatz gibt es einige Dauercamper. Mit Gartenzwerg und Zaun – irgendwie nicht ganz unsere Welt. Nachts haben wir festgestellt, dass tatsächlich richtige Industrieschiffe über den Neckar fahren und das nicht leise.

Spielplatz auf dem Campingplatz mit Blick auf den Neckar

Ehrlich gesagt hatte ich mit im Vorhinein kein Bild von der Region am Neckar gemacht. Eigentlich wollten wir uns Heidelberg anschauen, doch auf eine Stunde Autofahrt allein für den Hinweg, haben wir einfach keine Lust.

„Was gibt es hier denn in der Gegend?“

Wir sind unmotiviert – erschöpft. Eher halbherzig suche ich im Internet nach einer netten Aktivität. Und da ist sie! Bäm! Eine Schlucht! Wie verrückt ist das denn?!

Die Margarethenschlucht

Bist du schon mal durch eine Schlucht gewandert? Nein? Ich zuvor auch nicht. Und weil ich manchmal eher der verkopfte Typ bin, recherchiere ich erstmal. Ist sowas mit Kleinkind möglich? Die Meinung im Netz reicht von „Echt krass anspruchsvoll! Mit ernstzunehmenden Warnschild vorm Eingang.“ bis hin zu „Wir haben da welche mit Kinderwagen, Hund und Flipflops gesehen.“ Mal abgesehen davon, dass diese Flipflop-Menschen scheinbar überall unterwegs sind, Berge besteigen, hunderte Kilometer wandern und das alles im wohl unsichersten Schuhwerk der Welt (vielleicht sind das ja immer die selben Leute? 🤔), bin ich ziemlich ratlos, ob ich uns diese Schlucht zutraue.

Also fahren wir einfach hin. Und da vor dem Eingang steht es: das bedrohliche Warnschild.

Warnschild beim Eingang

Der behörden- und regeltreue Anteil in mir windet sich im gedanklichen Verhör: „Bist du tatsächlich eine richtig geübte Wanderin?“ 🤨

„Bist du wirklich 100% schwindelfrei?“

„Setzt du dich einem unnötigem Risiko aus?“

Wir beschließen: mal schauen! Wenn es zu kritisch ist, können wir einfach umdrehen.

Und was soll ich sagen? Es war echt anspruchsvoll! So, dass ich mich teilweise nicht getraut habe, Fotos zu machen und gleichzeitig zu gehen. Eine Stelle war so eng, dass ich die Kraxe ausziehen und vorsichtig weiterreichen musste.

Flow

Ein Flow-Erleben ist ein Zustand des vollkommenen Aufgehens in einer Tätigkeit. Es tritt ein, wenn eine Tätigkeit optimal an eine Person angepasst ist.

Und genau diesen Flow habe ich erlebt. Absolute Konzentration, ein Verschmelzen mit der Aufgabe, das Vergessen von Zeit und unbeschreibliche Glücksgefühle.

War die Wanderung zu anspruchsvoll? Nein! War sie entspannt? Auch nicht! Es war der perfekte Mix. Könnte natürlich auch daran gelegen haben, dass meine kleine Maus alles total lustig fand und keine Probleme gemacht hat.

Aber vorallem hat mir die Wanderung in der Margarethenschlucht eins gezeigt: ich will mehr! Genau so soll unsere Reise aussehen! Endlich entwickle ich eine Vision davon, wie wir die nächsten Wochen verbringen werden und freue mich richtig darauf!

Der Wetterbericht

Nach dem Hoch folgt ein Tief. Das ist nicht nur beim Wetter so, sondern auch mit unserer Stimmung. Die folgenden Tage soll es bei unserer nächsten Station dauerregnen und nur um die 5 Grad nachts werden.

Wir suchen nach Alternativen und sind dankbar, dass der Campingplatz, den wir bereits gebucht hatten, uns eine Ferienwohnung anbieten kann. Es stört mich, direkt am Anfang unserer Reise das Budget so zu strapazieren. Schließlich möchte ich so lange und so weit wie möglich unterwegs sein. Doch mit Kleinkind ist es wohl vernünftiger uns diesem Wetter nicht im Zelt auszusetzen. Jedenfalls nicht, wenn wir noch lange unterwegs sein wollen.

Insgeheim freue ich mich schon etwas auf richtige „vier Wände“ und ein Bad, dass nur für uns ist.

Warst Du schon mal am Neckar? Oder bist du schon einmal durch eine Schlucht gewandert? Lass uns doch an deinen Gedanken teilhaben und schreib einen Kommentar. Ich freue mich sehr darüber!

Sarah

Familien Road Trip durch Europa

1. Station Mosel

Es geht los!

Das Auto ist vollgepackt. Da passt wirklich nichts mehr rein. Die Anschnallgurte klicken. „Haben wir wirklich alles?“- „Ich hoffe schon. Aber wenn uns was auffällt, wird es eh zu spät sein, um wieder umdrehen.“ Da spricht mal wieder die Optimistin in mir.

Auf geht’s in unser großes – ja seit Monaten geplantes Abenteuer! Wir haben uns Elternzeit genommen, unglaublich viel Outdoor Equipment besorgt und sind seit Wochen schon aufgeregt. Doch irgendwie hat sich bis gerade eben alles so unwirklich angefühlt. Und auch jetzt fahren wir noch über bekannte Straßen und … „Nach Hause! Willst du wieder nach Hause!“ Keine 10 Minuten Autofahrt und unsere kleine Maus will nicht mehr weiterfahren. Und das bei nem Road-trip!

Pause nach nicht mal 10 Minuten Fahrt

Keine weitere 5 Minuten und wir stellen fest, dass ihr schlecht ist. Okay also nun die erste Pause. Nach 15 Minuten Fahrt. Das kann ja was werden.

Nachdem wir dann ausgiebig frühstücken waren, sitzen wir endlich im Auto und fahren Richtung Mosel.

Unsere Tochter schläft tatsächlich friedlich im Kindersitz.

Die Fahrt ist überraschend gut und wir sind sogar früher als gedacht am Campingplatz.

Die Luft ist frisch und voller Blütenduft – und heiß. Zu heiß. Unsere Maus und ich gehen den Spielplatz abchecken, während mein Mann schweißgebadet das Zelt aufbaut. Schatten? Gibt es nicht!

Ankunft am Campingplatz

Zweifel

Puh! Irgendwie wirkt das alles nicht gut. Wir haben gefühlt von nichts ne Ahnung. Wir sollen wir der Hitze entfliehen?

Die Kleine hat noch etwas Restschnupfen, den sie mit sich rumschleppt und echt keine gute Laune. Überall Sonne, alles zu heiß.

Wir kriegen es dann doch ganz gut hin, etwas zu kochen. Der Abend kühlt etwas ab und gegen 21:30 Uhr sind wir dann in unserer Zeltkabine.

Die Nacht ist unruhig, meine Maus grunzt öfter und ich liege mit großen Zweifeln wach. Was habe ich uns da eigentlich angetan? Wir haben viel in unsere Campingausrüstung investiert, unbezahlte Elternzeit genommen und über Monate hinweg hierauf hingearbeitet.

Und jetzt? Was, wenn unsere Tochter richtig krank wird? Ihr Kinderarzt ist doch dann ganz wo anders! Wird das alles nicht einfach eine riesige Belastung? Hätten wir uns mit dem Geld nicht einfach eine total entspannte All Inklusive Reise gönnen können? Bin ich eigentlich vollkommen bekloppt? Wem will ich denn was beweisen?

Die Zeltwände rascheln bei jedem kleinsten Wind und reißen mich aus dem Schlaf.

Bernkastel-Kues

Um der Hitze am nächsten Tag etwas zu entfliehen, beschließen wir den Tag in Bernkastel-Kues zu verbringen.

Das war eine gute Entscheidung. Als wir so durch die Stadt schlendern (die übrigens wunderschön ist) kommt endlich Urlaubsfeeling auf! Wir genießen es, die kleinen Gässchen und Lädchen zu entdecken und fahren Riesenrad. Irgendwie wieder wie das Leben vor der Pandemie.

Bernkastel-Kues

Übrigens kannst du auch eine Rundfahrt nach Traben Trabach buchen. Hätten wir gerne gemacht, hat zeitlich aber nicht gepasst.

Doch bevor es zurück zum Campingplatz geht, wollen wir noch etwas die Gegend erkunden und spazieren im Wald. Das Laub der Bäume spendet angenehmen Schatten und die Luft ist kühler als in der Stadt.

Und was ist das? Da sind wir doch tatsächlich über einen Wasserfall „gestolpert“!

Wasserfall bei Bernkastel-Kues

Als ich diesen Abend im Zelt liege, sieht meine Gedankenwelt schon ganz anders aus. Wir werden das schon hinkriegen, es lohnt sich! Der Tag heute war so wunderschön und es werden noch viele weitere auf der Reise folgen. Diese Nacht schlafen wir sehr gut.

Trier

Am nächsten Tag fahren wir nach Trier. Das Stadttreiben kommt mir zu hektisch vor und ich bin etwas gestresst.

Doch spätestens nach dem Besuch im wunderschönen Dom habe ich mich akklimatisiert.

Hier herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Jeder Winkel ist ein kleines Kunstwerk und nachdem wir den Keller besichtigt haben, singt ein Chor vor dem Taufbecken.

Wir bummeln noch etwas durch die Stadt und besichtigen die Porta Nigra, ein Überbleibsel der Römer.

Porta Nigra in Trier

Abends heißt es dann packen und: Gewitteralarm! Ein riesiges Unwetter soll über Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wüten.

Ein nächtliches Donnergrollen

Und tatsächlich geht es nachts ganz schön ab. Zwischendurch haben wir uns die Schlafsäcke geschnappt und sind ins Auto „geflohen“. Nach einer Stunde sind wir wieder ins Zelt.

Zählend sind wir eingeschlafen. Keine Schäfchen, sondern Gewitterdonner.

Etwas verschlafen, aber erleichtert, dass wir das Unwetter gut überstanden haben, trocknen wir am Morgen das Zelt und packen unsere Sachen für die nächste Station.

Ich bin echt gespannt, wie es weitergeht!

2 Buchempfehlungen zum Thema Natur für Klein(st)kinder

Eins vorweg: meine Tochter ist eine richtige Leseratte! Sie liebt es, Wimmelbücher zu erkunden oder auch, wenn wir ihr den Text vorlesen. Sie hat sehr früh Interesse an Büchern gezeigt.

Um die Neugier auf die Natur noch größer zu machen, bin ich immer auf der Suche nach guten Büchern. Na gut – vielleicht ist das auch die Erzieherin in mir, die es einfach nicht lassen kann. 😅

Deshalb gibt es heute von mir zwei kurze Rezensionen. Hier sind meine beiden Lieblingsbücher zum Thema Natur für die Kleinsten:

Lotta entdeckt die Welt – im Wald

Lotta entdeckt die Welt im Wald- vom Ravensburger Verlag (Illustration und Fotografie: Katja Senner / Text: Sandra Grimm)

Zum Inhalt: Lotta geht mit ihrem Opa und Hund Zottel im Wald spazieren. Unterwegs begeben sie einem kleinen Baum, Rehen und Igeln. Eine kleine “Höhle” entdecken sie ebenfalls. Zum Schluss machen sie sich auf den Rückweg.

Klar, das ist ein Buch für Kleinstkinder, kein krasser Plottwist oder so – alles ruhig und unaufgeregt. Und dennoch habe ich, als Erwachsene, Spaß an dem Buch. Auf den Seiten sind überall kleine Tiere versteckt, es gibt einiges zu entdecken. Das Buch ist sehr detailverliebt gestaltet, ohne ein Kleinkind zu überfordern. Auch nach gefühlt 100 mal lesen, fällt mir immer wieder etwas Neues auf. Was haben wir nicht alles gefunden! Eulen, Mäuse, Marder…

Auch der Text ist unglaublich gut gelungen. Neben der einfachen Sprache, werden die Sinne der Kinder angesprochen (“Die Blätter unter ihren Füßen rascheln.” – “Der Baumstamm fühlt sich glatt an und kühl.”). Auch Gegensätze wie laut und leise, groß und klein kommen vor.

Die kleine Lotta ist selbstbewusst und ganz ehrlich: ich finde es schön, dass ein Mädchen den Wald erkundet. Opa nimmt sich zurück und ich spüre fast seine ruhige Ausstrahlung.

Empfohlen wird das Buch ab 18 Monaten. Meiner Tochter haben wir es regelmäßig mit ca. 15 Monaten vorgelesen. Ich denke man muss individuell nach Interesse schauen.

Ich finde das Buch sehr gelungen. Der Text ist sehr sprachanregend geschrieben, Werte werden vermittelt (z. B. die Tiere nicht zu stören) und durch die Illustration lassen sich die Seiten wimmelbuchähnlich betrachten.

Wo die Tiere wohnen – Wieso, weshalb, warum? Junior

Wo die Tiere wohnen (Wieso, weshalb, warum JUNIOR) – vom Ravensburger Verlag (Text und Illustration: Anne Möller)

Ich bin ein richtiger Fan der Wieso-Weshalb-Warum-Junior Reihe. Ich habe einmal bei Ebay Kleinanzeigen zugeschlagen und mir 14 Bücher für 50€ geholt. Kosten sonst ca 10€ pro Stück. Der innere Sparfuchs hat vor Freude einen Salto gemacht. Naja bis ich festgestellt hab, dass die Verkäuferin ein paar Seiten zugeklebt hat. (Warum tut man sowas?!) Sie sind trotzdem noch gut, aber hey ich schweife ab. 😅

Das sind Sachbücher für 2-4 jährige und da muss ich direkt mal einhaken? Im Ernst? Da stehen (nicht selten!) Sachen drin, die ich nicht wusste! Oder wusstest du, dass das “Nest” von einem Eichhörnchen Kobel heißt? Ich will gar nicht wissen, was in den Büchern für 6-jährige steht. 🙈

Und trotzdem: Ja! Sie sind selbst für die Kleinsten geeignet. Denn ganz ehrlich: was macht es schon, wenn denn 2-jähriges Kind weiß, dass ein Bieber sich eine Burg baut? Ist es nicht auch schön, Sachen über die Natur auch gemeinsam mit den Kindern zu lernen?

Inhalt: das Buch beginnt damit, dass ein ländliches Familienhaus gezeigt wird, in welchem eine Familie und auch Haustiere leben, auf der Wiese daneben die Ponys. Weiter geht es dann mit Vogelnestern, Eichhörnchen, Tiere die unter der Erde leben usw. Es gibt eine gute Dosierung von Information. Mehr als normale Allgemeinbildung (zumindest meine 😉) und nicht so viel, dass die kleinen direkt abschalten.

Die Illustration ist kindgerecht gestaltet und trotzdem realistisch. Keine breit grinsenden Schmetterlinge mit Kulleraugen oder so.

Insbesondere die Pappklappen sorgen beim Lesen für Spaß. Sie sind stabil und thematisch schön aufgebaut. So öffnen die kleinen ein Vogelnest und entdecken kleine Küken oder können eine Biene beim Sammeln an der Blüte beobachten.

Ich habe auch das Buch aus der Reihe “Der Wald” oder das Tierlexikon, doch das ist eindeutig mein Favorit. Vielleicht auch, weil meine Tochter es über Wochen jeden Abend lesen wollte?

Fazit

Ich finde, dass sich die beiden Bücher sehr unterscheiden, sich dadurch aber auch gut ergänzen.

Wie bereits erwähnt: meine Tochter ist ein richtiger Bücherfan und hat früh intensiv zugehört. Doch alle Kinder sind unterschiedlich. Es gibt auch die, die Bücher partout langweilig finden. Da eignet sich vielleicht ein Soundbuch. Es gibt einige, die wirklich toll sind und realistisch die Waldtiere nachmachen.

Auch wenn Du vielleicht den Eindruck hast, dass dein Kind nicht alles im Buch versteht, hilft regelmäßiges Vorlesen sehr bei der Sprachentwicklung! Und über ein Buch kommt ihr in den Dialog und bestimmt bist auch Du mal überrascht, wie viel die kleinen dann doch schon verstehen.

Hast Du noch eine Ergänzung? 😊 Einen Büchertipp? Immer her damit!

Über mich

Hi!

Ich heiße Sarah – wer hätte das gedacht?! 😄 – und seit der Geburt meiner Tochter habe ich das intensive Bedürfnis verspürt, die Natur zu entdecken, naturnah zu leben und dadurch eine neue  Freiheit zu spüren.

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